Hier spricht man Deutsch!
01.03.2011Zu der Forderung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, die Kinder türkischer Immigranten in Deutschland müssten als erste Sprache Türkisch lernen, erklärt der sächsische FDP- Bundestagsabgeordnete Heinz-Peter HAUSTEIN:
„Mal warnt der türkische Ministerpräsident die hier lebenden Türken vor Anpassung, dann fordert er in Deutschland türkische Gymnasien. Beinahe einmal im Jahr schockiert er uns mit seinen absurden Ansichten. Nun erklärt er seinen hier lebenden Landsleuten, sie sollten ihren Kindern zuerst Türkisch beibringen.
So etwas darf nicht unwidersprochen bleiben. Herr Erdogan spaltet die Gesellschaft, statt sie zu einen. Wenn er seine hier lebenden Landsleute vor Anpassung warnt, sendet er ein gefährliches Signal. Um kulturelle Vielfalt kann es ihm dabei kaum gehen. Denn wir haben Religionsfreiheit und jeder kann bei uns seine Kultur pflegen.
Am meisten aber schadet er den hier lebenden Türken, wenn er ihnen vormacht, sie könnten ohne deutsche Sprachkenntnisse hier leben. Niemand ist verpflichtet, hier zu leben. Aber eine gemeinsame Sprache ist die wichtigste Grundlage für eine Gesellschaft. Niemand kann dauerhaft unter Menschen leben, die er nicht versteht. Das ist nicht unser Verständnis von Integration. Und das würde umgekehrt in der Türkei auch nicht funktionieren.
Im Übrigen wundere ich mich sehr über die Erklärungen von Herrn Erdogan zur Bedeutung von Demokratie. Wir Ostdeutschen haben uns die Demokratie erkämpft. Wir wissen, was das ist. Außerdem steht die Türkei im weltweiten Demokratie-Ranking 2010 auf Platz 66, Deutschland auf Platz 9.“