Kindergarten
„Wichtelhäusl“
„Guten Morgen!“ – „Dobré ráno!“ - „Ahoj!“ – so heißt es jeden Morgen in der Deutschneudorfer Kindertagesstätte „Wichtelhäusl“. Viele reden von interkultureller Zusammenarbeit, Bilingualität und europäischer Verständigung. - Das "Wichtelhäusl“ macht es.
Deshalb bin ich besonders stolz, dass es uns gemeinsam gelungen ist, die Idee in die Tat umzusetzen. Und daher stellt die Einweihung im September 2005 auch einen ganz wichtigen „Etappensieg“ dar. Einen „Etappensieg“ zum einen, weil es uns gelungen ist, mit einem modernen Konzept ein attraktives Angebot in Deutschneudorf zu schaffen. Und zum anderen, weil die Eröffnung des „Wichtelhäusl“ sofort die Frage aufwarf, was zu tun ist, damit die Kinder bei Erreichen des Einschulungsalters einen entsprechenden Anschluss erhalten. (Aber zur Idee der Deutsch-Tschechischen Grundschule unter der Rubrik „Schule“ mehr.)
Derzeit werden im „Wichtelhäusl“ etwa 45 Kinder im Alter von 1 – 9 Jahren aus Deutschneudorf und Novä Ves v Horach betreut. Wir leisten damit etwas für die Jugend in Deutschneudorf und damit für die Zukunft von Deutschneudorf. Denn die Kinder, die jetzt das „Wichtelhäusl“ besuchen, sollen ja später einmal hier in der Region bleiben und sie weiter voranbringen, was in einer strukturschwachen Region wie dem Erzgebirge nicht ganz einfach ist.
Der Grundgedanke der Kita ist, von klein auf etwas für die Völkerverständigung zu tun, Barrieren gar nicht erst aufkommen zu lassen, bestehende abzubauen. Durch enge Zusammenarbeit mit dem tschechischen Partnerkindergarten in Hora Svaté Kateřiny kommt es mindestens einmal im Monat zu Treffen. Die Kinder spielen, basteln, feiern und singen dann zusammen oder unternehmen Ausflüge. Alles in gemischten Gruppen. Dabei geht es stets auch um das Kennenlernen der jeweils anderen Seite.
Eine gemeinsame Sprache ist Dreh- und Angelpunkt jedes Zusammenlebens. Daher lernen die Kinder hier schon früh ganz spielerisch die andere Sprache. Manche Erzieherin spricht nur tschechisch. Mit ihr kommunizieren die Kinder tschechisch. Dabei kennen sie nicht jede Vokabel. Und doch können sie sich verständigen. Gemeinschaftliche Erlebnisse und gemeinsame Sprache prägen für ein ganzes Leben, schaffen die Basis für ein Miteinander über Grenzen hinweg. Ganz nebenbei ist die bilinguale Erziehung auch später hilfreich, wenn dadurch weitere Fremdsprachen leichter erlernt werden können.
Neben der sprachlichen Erziehung gibt es aber auch Sportangebote, Erste-Hilfe-Kurse und vieles mehr. Die Kinder sollen auch ein Gefühl für die Umwelt entwickeln. So gibt es neben dem Kindergarten zum Beispiel einen Naturlehrpfad, der die verschiedenen einheimischen Baum- und Pflanzensorten zeigt. Hier haben wir zuletzt erst im April 2008 mit Hilfe des Vereins „FDP hilft e.V.“ weitere Bäume gepflanzt.
Mit projektbezogener Arbeit wird ein zusätzliches Angebot zur Wissensvermittlung geschaffen. So unter anderem mit dem Projekt „Kinder dieser Welt“, bei dem die Kinder etwas über fremde Kulturen und Völker gelernt haben. Dabei spielt natürlich die Mithilfe und Einbindung der Eltern eine große Rolle.
Sie merken vielleicht, das „Wichtelhäusl“ ist mir eine Herzensangelegenheit. Es ist wirklich toll, was wir da zu Wege gebracht haben. Auch wenn das Projekt eines solchen Neubaus
- schon allein dem Finanzvolumen nach – nicht immer ganz einfach war. Bei der Umsetzung haben wir alle Nerven gelassen. Aber die Kinder geben es täglich mit einem Lächeln zurück. Das ist doch die schönste Rendite!

