Rede zum Einzelplan 10 - Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
26.11.2010 (Drucksachen 17/3510, 17/3523) Sehr verehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren!Heute geht es um den Einzelplan 10. Auf der Anzeigetafel dort drüben steht: Ernährung,
Landwirtschaft, Verbraucherschutz. Bei dem Wort „Ernährung“ können wir ruhig etwas mehr nachdenken. Ich kann mich gut daran erinnern, dass meine Großmutter in ihrer Bodenkammer immer einen Betonkübel mit Getreide hatte, weil sie den Hungerwinter 1917 erlebt hatte. Wir tun so, als sei die Versorgung mit Lebensmitteln ganz normal. Ich kann mich gut erinnern, zu Ostzeiten, in der DDR, sagte man: Ohne Gott und Sonnenschein
bringen wir die Ernte ein. – Nitschewo, nichts!
(Dr. Dietmar Bartsch [DIE LINKE]: Eine Bodenkammer hatten wir nicht mehr!)
Wir können froh und dankbar sein, dass wir ein Ministerium haben, das kompetent ist und die Aufgaben wahrnimmt, dass wir Fachpolitiker haben, die sich darum kümmern,(Alexander Bonde [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Seit ihr regiert, lege ich auch Lebensmittelvorräte an!)
dass alles in die richtigen Bahnen gelenkt wird, dass wir Haushälter wie Schorsch Schirmbeck haben, die mit mir und den anderen Berichterstattern zusammen die Zahlenin eine ordentliche Form gießen. Deshalb, liebe Freunde, brauchen wir keine Angst haben, dass sich so etwas wie der Hungerwinter 1917 wiederholt.
(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Schauen Sie sich diesen Haushalt an. Wir haben gespart; denn sparen ist das Gebot der Stunde. Wir können nicht noch mehr Schulden auf unsere Kinder verlagern. Die Einsparung beträgt 6 Prozent. Das entspricht 345 Millionen Euro – ein ganzer Batzen Geld. So verbleiben in diesem Haushalt noch 5,491 Milliarden Euro.
Nun zeigt sich das soziale Gewissen dieser Regierung: 68 Prozent davon fließen in den Bereich Soziales.
(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)
Damit werden die Bauern, die Landwirte unterstützt. Wir sorgen dafür, dass die Lohnnebenkosten konstant bleiben; denn der Bauer, der Landwirt, unsere Freunde in der Fischerei befinden sich im Wettbewerb. Sie sind Unternehmer. Unternehmer müssen von der Politik erwarten können, dass sie die notwendigen Rahmenbedingungen bekommen, um im Wettbewerb mit ihren Kollegen im Ausland, in Europa, weltweit zu bestehen. Insofern haben wir richtige Prioritäten gesetzt.Erstens wird der Agrardiesel – ein wichtiges Instrument für unsere Landwirtschaft – weiter gestützt.
(Cornelia Behm [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Oh!)
Allerdings sind unsere Landwirte auch bei einem Steuersatz von 26 Cent pro Liter benachteiligt. In Frankreich zahlen die Bauern nur 5,5 Cent pro Liter.(Waltraud Wolff [Wolmirstedt] [SPD]: Danke schön dem Klimaschutz! – Karin Binder [DIE
LINKE]: Sehr zukunftsfähiges Konzept!)
Zweitens haben wir dafür gesorgt, dass die Lohnnebenkosten konstant bleiben.LINKE]: Sehr zukunftsfähiges Konzept!)
Drittens – dieser Punkt wurde bereits erwähnt – komme ich auf den Ökolandbau zu sprechen.
(Waltraud Wolff [Wolmirstedt] [SPD]: Ich dachte immer, dass die FDP für Subventionsabbau
ist! Das ist ja was ganz Neues!)
ist! Das ist ja was ganz Neues!)
Ich sage euch: Der Ökolandbau ist ein wichtiges Element und hat Zukunft.
(Ulrich Kelber [SPD]: Aha! Deswegen kürzen Sie? – Alexander Bonde [BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN]: Das scheint eine neue Erkenntnis zu sein!)
Da es gerade um den Haushalt geht, nenne ich Ihnen die Zahlen: Von 16 Millionen Euro haben wir 2007 nur 13,6 Millionen Euro, 2008 nur 12,1 Millionen Euro und 2009 nur 14 Millionen Euro abgerufen.GRÜNEN]: Das scheint eine neue Erkenntnis zu sein!)
(Ulrich Kelber [SPD]: Das müssen Sie denen da drüben sagen!)
Liebe Freunde, es ist doch recht und billig, dass wir den Rahmen der Möglichkeiten der Antragstellung verbreitern.(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Waltraud Wolff [Wolmirstedt]
[SPD]: Was für eine Logik!)
Wir wollen auch anderen die Möglichkeit geben, Fördermittel zu beantragen.[SPD]: Was für eine Logik!)
(Ulrich Kelber [SPD]: Genehmigen Sie doch lieber mal die Anträge, die dort vorliegen!)
– Wer schreit, hat unrecht.
(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Die Forschungsausgaben für gesunde Ernährung, nachhaltigen Gartenbau, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Klimaschutz haben wir sogar aufgestockt. Sie betragen
8,5 Millionen Euro. Das sind 3,2 Millionen Euro mehr, als 2009 abgeflossen sind.
Nun komme ich zum Verbraucherschutz, liebe Freunde.
(Dr. Kirsten Tackmann [DIE LINKE]: Das ist ja eine Beleidigung!)
Die Stiftung Warentest ist für uns, die Verbraucher, ein wichtiger Indikator. Weil ihr immer von Klientelpolitik redet: Natürlich sind die Verbraucher unsere Klientel, und wir kümmern uns um sie.(Karin Binder [DIE LINKE]: Warum merkt man das nicht?)
Auch in diesem Jahr stellen wir der Stiftung Warentest, obwohl wir sparen müssen, 20 Millionen Euro zur Verfügung; denn diese Stiftung braucht mehr Stiftungskapital. Damit wird sie unabhängiger von Zinsschwankungen und freier in ihren Entscheidungen.Alles in allem ist das ein solides Zahlenwerk. Wir können froh sein, dass die christlich-liberale Koalition regiert,
(Georg Schirmbeck [CDU/CSU]: Jawohl! – Johannes Singhammer [CDU/CSU]: Genau!
Sonst ginge es Deutschland schlecht!)
die sich für Bauern, Landwirte und unsere Landwirtschaft einsetzt.Sonst ginge es Deutschland schlecht!)
(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)
Schaut nicht so schwarz in die Zukunft! Wir bekommen das in unserem Land hin. Freut euch mit uns über den Aufschwung, und freut euch mit uns darüber, dass die christlich-liberale Koalition regiert.
(Waltraud Wolff [Wolmirstedt] [SPD]: Bis 2013!)
In diesem Sinne, liebe Freunde, ein herzliches und weihnachtliches Glückauf aus dem Erzgebirge!(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)