10.02.2012
Das deutsche Kältepol
Deutschneudorfer Schweinitztal bricht die Minus-30-Grad-Schallmauer
Deutschneudorf. Seit einer Woche überschlagen sich die Meldungen um die Kältegrade des seit dem 24. Januar herrschenden Megafrostwetters. Stets dabei im Bibber-Ranking ist die Wetterstation in Deutschneudorf, welche vom 4. bis 8. Februar Werte jenseits der Minus-25-Grad-Marke bot. Diese Station, die locker den Fichtelberg und knapp 

Die Wetterstation Deutschneudorf-Brüderwiese am Erzgebirgskamm ist durch Extremwerte inzwischen deutschlandweit bekannt.
Foto: Steffen Ulbricht Morgenröthe-Rautenkranz schlägt, gibt es erst seit sechs Jahren. Sie befindet sich im Ortsteil Brüderwiese, im Gelände des dortigen Hammerherrenhauses. Betreut wird sie von Andreas Heidrich von der gleichnamigen, bekannten Sägewerksfirma. Zwar hat die Station (abgelesen wird täglich) nur ca. 690 Meter NN zu bieten, steht aber auf einem baumlosen Hochplateau und ist dem Böhmischen Ostwind ausgeliefert. "Wir hatten hier am 7. Februar, morgens minus 28,2 Grad Celsius", so Andreas Heidrich", ... ich bin aber dann mal hinunter an die Schweinitz gelaufen, da waren es sogar minus -32,4 Grad. Zwar hatte ich kein Superthermometer, aber abzüglich einer Toleranz ist damit doch die Minus-30-Grad-Schallmauer durchbrochen. Sowas habe ich noch nicht erlebt."
In Brüderwiese gab es einst eine Außenstelle des Zisterzienserklosters Ossegg (Ordensbrüder=Brüderwiese). Doch die Mönche dürften eines Tages die Nase voll gehabt haben vom extremen Wetter und verschwanden wieder. Und so nötigt es uns auch heute noch Hochachtung ab für all jene, die dort oben leben, produzieren und sich damit täglich der Herausforderung "Kältepol" stellen. ULB
08.02.2012
''Sie sind Alle Botschafter!''
Am 7. Februar diskutierte Heinz-Peter Haustein in Berlin mit Schülern aus Tschechien. Die Jugendlichen sind Teilnehmer des Bayerisch-Tschechischen Gastschuljahres, das von der EUREGIO EGRENSIS organisiert wird.

Das Programm ermöglicht bayerischen und tschechischen Schülern ein Schuljahr im Nachbarland zu verbringen, um vor Ort Sprache, Kultur und Traditionen des Gastlandes besser kennenzulernen und so die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Tschechien zu festigen und zu stärken.

Ein Programmpunkt des Schüleraustauschs ist der Besuch in Berlin und die Diskussion mit Abgeordneten des Bundestages. Da ist es für Heinz-Peter Haustein als Vorsitzenden der Deutsch-Tschechischen Parlamentariergruppe im Bundestag selbstverständlich, die Schüler zu treffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu beantworten und aus dem Alltag eines Bundestagsabgeordneten zu berichten.
Erwartungsgemäß drehten sich dann auch viele Fragen der Schüler um die Deutsch-Tschechischen Beziehungen. Aber auch ganz praktische Fragen wurden gestellt. So hatte ein Schüler bemerkt, dass sich die anwesenden Abgeordneten - neben Haustein waren auch Abgeordnete von SPD und CSU anwesend - mit "Du" ansprachen. Er fragte prompt nach dem persönlichen Miteinander im Parlament. Die Runde war sich schnell einig, dass 
die Atmosphäre insgesamt im Bundestag deutlich kollegialer ist als im Tschechischen Parlament, wo die Fraktionen konfrontativer miteinander umgehen.
Zum Schluss gaben die Abgeordneten gemeinsam den Schülern mit auf den Weg, dass das Gastschuljahr eine sehr gute Initiative ist und es nun an ihnen liegt, etwas für die Beziehungen beider Länder zu tun: "Sie sind Alle Botschafter ihres Landes. Helfen Sie auch nach Ihrem Gastschuljahr aktiv mit, die deutsch-tschechische Freundschaft fortzuführen und zu festigen!"
01.02.2012
Reichstag in erzgebirgischer Hand
Jens Kaltofen mit Säbel - Saigerhüttenkapelle begeistert mit StandkonzertBerlin/Olbernhau. Der letzte Aufenthalt eines Uniformierten mit Säbel im


Foto: Kristian Hahn Reichstagsgebäude liegt viele Jahrzehnte zurück. Doch am letzten Januar-Wochenende schaffte der Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule "Wilhelm Walther", Jens Kaltofen dieses Kunststück.
Der Cämmerswalder ist bekannt als Dirigent der Saigerhüttenkapelle Olbernhau-Grünthal und als solchem steht ihm der Offizierssäbel zu. Der durch seine imposante Erscheinung nie zu übersehende Kaltofen war mit 37 Musikern des bekannten Olbernhauer Musikkorps in die Bundeshauptstadt gekommen, um bei der "Grünen Woche" aufzuspielen.
Doch der Deutschneudorfer Bundestagsabgeordnete Heinz-Peter Haustein organisierte für "seine" Erzgebirger neben dem Messe-Auftritt gleich auch einen Besuch im Bundestag inklusive Besichtigung des Reichstagsgebäudes.


Foto: Kristian Hahn


Foto: Kristian Hahn
So bot sich ein noch nie dagewesenes Bild von erzgebirgischen Trachtenträgern im Plenarsaal des Bundestages. Nach der Führung durch die historischen Mauern des Reichstages gaben die Musiker direkt vor dem Reichstagsgebäude ein Standkonzert. Saxophonistin Sarah Sitte feierte an diesem Tag gerade ihren 15. Geburtstag: "Es war ein schwer zu beschreibendes, fast eigenartiges Gefühl, vor diesem geschichtlich so bedeutenten Gebäude zu spielen. Ich war stolz, und diesen Geburtstag werde ich wohl so schnell nicht vergessen." Insgesamt spielten die Musiker fünf Titel, darunter "Deitsch un frei woll mer sei" und das "Steiger-Lied". Die Saigerhüttenmusiker waren sofort umringt von zahlreichen Schaulustigen, denen sich so ein einmaliges Fotomotiv bot. Und Heinz-Peter Haustein konnte zufrieden resümmieren: "Der Bundestag war eindeutig in erzgebirgischer Hand."


Foto: Kristian Hahn
Für das Musikensemble selbst war es der erste Auftritt in Berlin seit 34 Jahren. Vereins-Chef Udo Brückner erinnerte sich: "Das Blasorchester des VEB Blechwalzwerk gastierte damals zum Tag der Erzgebirgischen Volkskunst in der DDR-Hauptstadt." Den Reichstag, so Brückner, habe man damals ja aber natürlich nur aus der Ferne sehen können.


Foto: Kristian Hahn
Der Auftritt der Erzgebirger auf der Internationalen Grünen Woche fand dann auf der Bühne des Landes Nordrhein-Westfalen statt. Sabine Lauxen vom NRW-Verbraucherschutzministerium war begeistert: "Der Bergbau verbindet uns und die Sachsen. Wir hatten jeden Tag Chöre oder Orchester auf unserer Bühne zu Gast, ausschließlich aus NRW. Einzig die Saigerhüttenkapelle kam aus einem anderen Bundesland. Wir haben die Einladung nicht bereut." ULB





