Deutschneudorfs Bürgermeister prüft heiße Spur
DEUTSCHNEUDORF - Das Schatzgräber-Virus wird Bürgermeister Heinz Peter Haustein (53, FDP) nicht mehr los. Auf der Suche nach verschollenen Kunstgütern - gar dem Bernsteinzimmer - lässt er nicht locker. Jetzt gibt es eine neue heiße Spur: eine Schatzkarte, die ihm aus Tschechien zugespielt wurde.
Weder gibt Haustein auf, noch verebben die Geschichten im Ort - über SS-Kommandos, die schwere Kisten in Stollen trugen. Dennoch lässt er es ruhiger angehen und verlässt sich ganz auf die von ihm in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Messungen. „Die Daten werden erst exakt ausgewertet. Aber es steht fest, dass wir oberhalb des Bahnhofs an der richtigen Stelle sind. Nur der Eingang muss noch gefunden werden. Ob uns die neue Karte dabei helfen kann, wird auch geprüft.“
Von spontanen Bohrungen, wie die von Hobby-Schatzsucher Christian Hanisch (49), hält er wenig. Der hatte zuletzt erneut einen Bagger geordert - ohne Ergebnis. In den kommenden Wochen will Heinz Peter Haustein entscheiden, wann er die nächste Suchaktion startet. Nur eins steht felsenfest: „Wir werden den Schatz finden!“
dpe

Deutschkatharinenberg. Das Wort Aufgeben gibt es nicht im Sprachschatz von Deutschneudorfs Bürgermeister Heinz-Peter Haustein. Auch wenn der Hobby-Schatzsucher bis jetzt weder das Bernsteinzimmer noch einen Goldschatz gehoben hat, hält er an seiner Vision fest. Deshalb ist in Sachen Schatzsuche in den vergangenen Wochen auch nur nach außen hin Ruhe eingekehrt. Vor Ort ist dagegen weiter intensiv gearbeitet worden - durch drei geophysikalische Firmen aus der Region.
Sie haben an mehreren Stellen in der Gemeinde Messungen vorgenommen, um Anomalien im Erdreich zu entdecken, bei denen es sich eventuell um Hohlräume handeln könnte. Und der Aufwand scheint sich gelohnt zu haben: "Wir konnten an zwei Stellen im
Bereich des Bahnhofes in Deutschkatharinenberg Anomalien feststellen", bestätigt Geophysik-Professor Bernd Leißring, unter dessen Leitung die Messungen stattgefunden haben.
Zum Einsatz gekommen sind dabei drei verschiedene Verfahren, um Fehler größtenteils auszuschließen. Das war zum einen ein Georadar. Dabei werden Störungen in den oberen Schichten des Erdbodens durch die Reflexion elektromagnetischer Strahlung gemessen. Ferner wurde mit Geoelektrik gearbeitet. Bei diesem Verfahren wird die Erdkruste durch Messung von elektrischer Spannung und Stromstärke an der Erdoberfläche erforscht. Abschließend sind Radongas-Messungen zum Einsatz gekommen. Dabei wird aus dem Boden Radongas angesaugt und dessen Konzentration ausgewertet. Während im Freien die mittlere Radonkonzentration ungefähr zehn Bequerel pro Kubikmeter beträgt - so eine Richtgröße - liege sie in Luftporen im Erdboden bei rund 20.000 Bequerel je Kubikmeter. In Deutschkatharinenberg sind zumindest an einer Stelle aber deutlich höhere Werte festgestellt
worden, so Leißring. Das könnte auf das Vorhandensein von Hohlräumen, wie etwa eines Stollens hindeuten. Zudem lasse sich die Existenz einer nicht natürlichen Einlagerung in fünf bis sieben Metern Tiefe nicht ausschließen, geht aus einem Messprotokoll hervor,
das Haustein vorgelegt wurde. (tw)
Publikation: Freie Presse
Lokalausgabe: Marienberger Zeitung
Erscheinungstag: Montag, den 19. Mai 2008